Neuer Job, neues Glück.

Nach fünf Jahren bei der Telekom, davon vier Jahre in der betrieblichen Interessensvertretung und ehrenamtlichen Gewerkschaftsarbeit, habe ich heute meinen ersten Tag als Gewerkschaftssekretär in Einarbeitung bei der Gewerkschaft ver.di gehabt.

Am Wochenende ist mir erst richtig bewusst geworden, was für tolle Menschen in den letzten fünf Jahren kennenlernen durfte. Wir haben gemeinsam gekämpft, gewonnen und verloren. Wir haben geschuftet und gefeiert und hatten so manch harte Auseinandersetzungen mit dem Arbeitgeber auszustehen.

Hinter mir liegen fünf Jahre, auf die ich sehr gerne zurück blicke. Ich habe Freundschaften geschlossen, die hoffentlich ein Leben lang halten werden. Vor mir liegen viele interessante Erfahrungen und die Gewissheit, dass ich eine Entscheidung für’s Leben getroffen habe. Eine Anstellung als Gewerkschaftssekretär wird sich wohl nicht so gut im Lebenslauf machen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass ich meinen Traumjob gefunden habe und die Entscheidung nicht bereuen werde.

Die Artikelserie, die ich mir vorgenommen habe ist in Vorbereitung und musste aufgrund des Stresses der letzten paar Wochen hinten anstehen. Im Laufe der Woche kommt da aber definitiv noch was.

Bookshelf Porn

Ich liebe Bücher. Ich liebe es, sie zu lesen, zu fühlen und zu riechen. Ein Bücherregal ist für mich ein absolutes must-have in jedem Wohnzimmer und sagt so viel Persönliches über die Bewohner_innen aus.

Umso mehr freute ich mich, als ich vor ein paar Wochen auf Bookshelf Porn gestoßen bin.

A collection of all the best bookshelf photos for people who *heart* bookshelves.

Diese Seite macht nichts anderes als Fotos von Bücherregalen, Buchhandlungen und Bibliotheken zu posten und lädt zum träumen ein. Für Menschen wie mich eine absolute Bereicherung im Feedreader.

„Wie ich mein Leben regele“ oder auch „Wer viel zu tun hat, kann viel vergessen…“

Ich bin in den letzten Jahren politisch immer aktiver geworden und habe immer mehr Verantwortungen übernommen. Zusammen mit einem Job in dem ich viel Unterwegs bin und ebenfalls sehr viel Verantwortung trage, brachte dies die Notwendigkeit mit sich, ein System zu finden, um alles geregelt zu bekommen.

Nachdem ich mich viel mit den Themen „Produktivität“, „Selbstmanagement“ und „Lifehacking“ beschäftigt, Bücher gelesen und einige Blogs abonniert hatte, habe ich mittlerweile ein recht verlässliches System gefunden, welches ich gerne nutze und welches mir hilft meine Aufgaben im Griff zu haben, meine Online- und Offline-Post zu bewältigen und ansonsten alles zu verwalten, was so in mein Leben tritt.

In den kommenden Tagen oder Wochen werde ich hier einfach mal niederschreiben, welche Erfahrungen ich gemacht habe und welche Wege ich für mich gefunden habe um mein Leben in den Griff zu bekommen.

Um Euch den Einstieg ins Thema zu erleichtern und die Wartezeit zu verkürzen, anbei  mal ein paar Literaturtipps.

„Zen To Done“ oder ZTD ist ein leicht zu erlerndes Selbstmanagement-System von Leo Babauta. Bei imgriff gibt es eine Artikel-Serie dazu und das auf deutsch übersetzte Buch zum Download. ZTD war das erste Buch, welches ich zum Thema gelesen habe. Es basiert auf auf dem System Getting Things Done und ist weniger restriktiv als dieses. Man kann sich die Dinge raussuchen, die einem passen und kann die Sache so langsam und einfach anlaufen lassen. Bei Orangetopic gibt es einen 25-teiligen Praxistest von Svenja, die sich der selben Aufgabe gestellt hat wie ich.

Das Buch „Gettings Things Done“ oder die deutsche Version „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ von David Allen ist soetwas wie die Bibel für die „Lifehacker“ weltweit. Viele Menschen finden „GTD“ sehr aufwändig und scheitern an sich selbst, da sie nicht diszipliniert genug sind um alles umzusetzen. Ich habe es nach erst gelesen, nachdem ich ZTD schon ca. ein Jahr angewandt habe. Es ist wirklich komplexer als ZTD aber bot mir auch noch viele Denkansätze um „meinen eigenen Weg“ weniger holprig zu gestalten.

Linktipps:

Manchmal realisieren wir Chancen erst, wenn sie vertan sind.

Je älter ich werde und je mehr ich lese und mich mit Menschen unterhalte, desto öfter denke ich über mein bisheriges Leben nach. Immer öfter realisiere ich, dass ich viele Chancen nicht genutzt habe, die sich mir wohl nicht mehr bieten werden.

Wir wurden in der Schule mit Bloch, Enzensberger, Hoffmann und anderen gequält. Wir taten unsere Leher_innen als weltfremde Spinner_innen ab, wenn sie uns vom Kampf gegen die Startbahn West erzählten. Wir begriffen nicht wirklich, was sie uns mit auf den Weg geben wollten. Heute bin ich dabei zu begreifen, welch ein Gewinn diese Lehrkräfte gewesen wären, wenn ich einfach nur zugehört hätte. Wenn ich nicht nur das erfüllt hätte, was sie aufgrund des Lehrplans von mir erwarteten, sondern wenn ich die essentiellen Dinge begriffen hätte, die mir wirklich eine Lehre hätten sein können.

Wieso komme ich in Gespräche mit meinen Großeltern immer nur auf das Thema DDR zu sprechen, wenn wir die aktuelle politische Situation in der BRD kritisieren? Wieso sprechen wir nicht einfach mal so über die DDR. Wieso weiß ich nichts darüber, welche Rolle meine Großeltern in der DDR hatten, wie sie wirklich dazu standen. Und wieso weiß ich nichts darüber, was meine Großeltern vor der DDR machten. Wie haben sie sich verhalten, im dunkelsten Kapitel der neueren Geschichte. Waren sie in der Nazidiktatur Sympatisant_innen, Mitläufer_innen oder haben sie sich gar im Widerstand befunden.

Wieso versuche ich so viele Gespräch wie möglich mit Zeitzeug_innen, KZ-Überlebenden, zu führen und führe Schulklassen durch KZ-Gedenkstätten aber nutze nicht einfach mal die Chance mit Menschen zu sprechen, die in der Nazidiktatur “einfach nur gelebt” haben.

Chancen tun sich häufig auf und man muss sie erkennen. Sie können schneller vorbei sein, als und lieb ist und meist kehren sie nicht mehr wieder.

Ich werde für den nächsten Besuch bei meinen Großeltern wohl mehr Zeit einplanen, Fragen stellen und einfach mal zuhören.

Ein Neuanfang

Als ich 2005 meine Ausbildung begann und alleine in eine neue Stadt zog, begann ich zu bloggen. chris-b-online lief damals unter dem Titel “Freie Software, Politik und der Wahnsinn des Alltags” und sollte alles beherbergen, was mich in meinem Leben bewegt. Mein Leben befand sich damals im Umbruch und es kamen immer mehr Interessensfelder hinzu. Ich lernte über das Netz interessante Menschen kennen und entwickelte mich in dieser Zeit auch selbst weiter. Irgendwann verkam das schreiben zur Pflicht und der Zwang zur Blockade. Mittlerweile ist der alte Blog zu einem Twitterarchiv verkommen. Gelegentlich schauen noch mal Menschen nach längst veralteten Tech-Artikeln aber wirklich etwas Neues geschieht dort nicht mehr.

Mein Leben befindet sich gerade wieder in einem Umbruch. Und deshalb wage ich einen Neuanfang. Hier auf debilux soll es nicht um Software gehen, nicht um polemische Kommentare des Zeitgeschehens, und auch nicht um Nebensächliches. Hier geht es um mich. debilux soll für mich ein Platz zum Denken sein. Ob das hier philosophisch wird oder nicht, müsst Ihr beurteilen. Mir geht es darum, meine Gedanken nieder zu schreiben und mich von Anderen zum Nachdenken anregen zu lassen. Die Politik wird mit Sicherheit in jeden Text einfließen, soll hier aber nicht Selbstzweck sein. Ich möchte denken, schreiben, reflektieren und lernen. Ihr seid recht herzlich dazu eingeladen, mich auf diesem Weg zu begleiten.